Film, Lesung und VortragReinhold Beckmann: Aenne und ihre Brüder – Die Geschichte meiner Mutter

Sie hießen Franz, Hans, Alfons und Willi: Der Moderator und Musiker Reinhold Beckmann hat ein neues Buch über seine Mutter und deren vier Brüder geschrieben, die alle im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Entstanden ist ein tief berührendes Buch, gerade in einer Zeit, da der Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt ist. Am Samstag, den 2. März, liest Reinhold Beckmann um 20 Uhr im KuB aus „Aenne und ihre Brüder“.

Das Leben von Reinhold Beckmanns Mutter Aenne war von Verlusten gezeichnet. Bereits mit fünf Jahren war sie Vollwaise. Vier Brüder hatte sie, alle im Krieg gefallen. Und doch war es ein gelungenes Leben. Anders als viele ihrer Generation hat sie über ihre Trauer und Ängste nie geschwiegen. Aennes Brüder und Eltern blieben immer gegenwärtig, in Gesprächen, Fotos, Gedenktagen und Erinnerungen.

In diesem Buch erzählt Reinhold Beckmann die Geschichte seiner Mutter und von Franz, Hans, Alfons und Willi, zwischen hartem Alltag auf dem Dorf, katholischer Tradition und beginnender Diktatur. Im Krieg werden alle Brüder eingezogen. Ihre Briefe hat Beckmann von seiner Mutter bekommen. Keiner von ihnen wird das Ende des Krieges erleben. Als letzter wird der erst siebzehnjährige Willi von den Feldjägern aus dem Kohlenkeller gezogen, in dem er sich verstecken wollte, in eine Uniform gesteckt und an die Front geschickt. Er stirbt wenige Tage vor Kriegsende.

Ihr Leben lang hat das Schicksal ihrer Brüder Aenne nicht losgelassen - und es hat auch das Leben von Reinhold Beckmann geprägt: Gegen Krieg und Gewalt Haltung zu zeigen war beiden selbstverständlich.

Reinhold Beckmann (geboren 1956 in Twistringen) ist Journalist, Autor und Musiker. Seine Fernsehkarriere begann er beim WDR. Nach einem Ausflug zu den privaten Fernsehsendern mit ran und ranissimo moderierte er in der ARD zwei Jahrzehnte lang die Bundesliga-Sportschau und diskutierte in der wöchentlichen Talksendung Beckmann politische und gesellschaftlich relevante Themen. Heute ist er als Produzent und Filmemacher aktiv und mit seiner Band deutschlandweit unterwegs. Mit seiner Initiative NestWerk e.V. setzt er sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche in strukturschwachen Stadtteilen Hamburgs ein.

Reinhold Beckmann:
„Franz, Hans, Alfons und Willi. Vier Brüder. Keiner kam zurück.“

„Kurz vor ihrem Tod hat meine Mutter mir einen Schuhkarton voller Briefe vermacht. Die Feldpost meiner Onkel. An die hundert Briefe haben Franz, Hans, Alfons und Willi ihrer Schwester von den verschiedenen Fronten des zweiten Weltkriegs geschrieben. Meine Mutter hat sie genauso liebevoll aufbewahrt wie die Erinnerung an ihre vier gefallenen Brüder.

Wenn man die Briefe meiner Onkel liest, dann spürt man zwischen den Zeilen ihre tiefe Einsamkeit, ihre Sehnsucht, wieder nach Hause zu kommen,  und auch ihre Angst und Verzweiflung. Die besten Jahre des Lebens werden ihnen gerade genommen.

Ich frage mich, wer wäre ich damals gewesen? Was wäre aus mir geworden, wenn ich 1941 zwanzig Jahre alt gewesen wäre?

Die Traurigkeit aussprechen, das hat meine Mutter gekonnt. Sie hat oft über die Zeit damals und über ihren Verlust geredet.  Gibt es etwas Unverlierbares in uns Menschen? Einen sicheren Platz für das Gute? Meine Mutter trug es wohl in sich. Ihre Seele war nicht verbogen, sie hatte nichts Zynisches. Aenne war von einer Offenheit und Nähe, die ansteckend war.“

 

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