Einen direkten Schritt in die Moderne markiert Alban Bergs Sonate op. 1 (1910), sein frühes Hauptwerk und zugleich Abschluss seiner Studienzeit bei Arnold Schönberg. Obwohl formal als einsätzige Sonate angelegt, bleibt die klassische Sonatensatzstruktur erkennbar. Gleichzeitig wird die tonale Sprache konsequent erweitert und bis an die Grenzen der Dur-Moll-Tonalität geführt. Besonders die schwebende Harmonik und die aufgelöste Klanglichkeit verleihen dem Werk eine charakteristische expressive Farbigkeit.
Ergänzt wird das Programm durch weitere bedeutende Werke der Klavierliteratur: Johannes Brahms’ Bearbeitung eines Violinwerks von Bach für die linke Hand allein zeigt auf außergewöhnliche Weise die kompositorische Auseinandersetzung mit barocker Polyphonie. Von Franz Liszt erklingt eines der 26 Stücke aus den „Années de pèlerinage“, während Maurice Ravel mit zwei hochvirtuosen Stücken aus „Gaspard de la nuit“ vertreten ist – Werken, die zu den technisch und musikalisch anspruchsvollsten des Klavierrepertoires zählen.
Die Ausführenden sind Studierende der Klavierklasse von Prof. Manfred Aust, der seit 2004 als Professor an der Musikhochschule Lübeck wirkt und damals zu den jüngsten Professoren an einer deutschen Musikhochschule gehörte. Seine künstlerische Ausbildung führte ihn unter anderem zu Josef Anton Scherrer, Christopher Elton, Annerose Schmidt und Gilead Mishory. Weitere prägende Impulse erhielt er von bedeutenden Pianisten wie Detlef Kraus, Helena Sá e Costa, Rudolf Kehrer und Jacques Rouvier.
Als vielfach ausgezeichneter Pianist trat Manfred Aust früh international in Erscheinung und konzertierte in Europa sowie in Fernost. Engagements als Solist mit renommierten Orchestern und Auftritte bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival prägen seine Laufbahn. Die Fachpresse beschreibt sein Spiel als „ausgereifte Klasse“, verbunden mit der Einschätzung: „Unlösbare Aufgaben gibt es für Aust nicht.“ Zahlreiche Rundfunkaufnahmen dokumentieren seine künstlerische Arbeit.
Neben seiner pianistischen Tätigkeit widmet sich Aust intensiv der Ausbildung des pianistischen Nachwuchses. Viele seiner Studierenden sind Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe und heute selbst als Konzertpianist:innen oder Lehrende tätig. Auch im Bereich der Hochbegabtenförderung sowie in Meisterkursen ist er engagiert.