SonderveranstaltungenRetrospektive der Oldesloer Künstlerin Ursula Corinth

Die Ausstellung der Oldesloer Künstlerin Ursula Corinth, die am 25. September 95 Jahre alt wurde, gibt Einblick in ihr langjähriges Schaffen. Die gebürtige Hamburgerin lebt seit 1993 in Bad Oldesloe, nachdem sie mehrere Jahre in Bargteheide und zwei Jahrzehnte in Neritz verbracht hat.

Ursula Corinth hat in ihrer eigenen Töpferei eine Vielzahl von Geschirren, Skulpturen und Gemälden geschaffen und war in der Vergangenheit auch als Galeristin tätig. In Bad Oldesloe erlangte sie große Bekanntheit als Malerin mit ihren eindrucksvollen Federzeichnungen von Stormarner und Oldesloer Motiven.

 

Während ihres langen Lebens hat sie bedeutende politische und gesellschaftliche Ereignisse in verschiedenen Maltechniken dokumentiert. Besonders eindrucksvoll sind die „Kleinen Blätter“, welche aus der Erinnerung an ihre verloren gegangene Wohnung 1943 entstanden. Die Bombardierung Hamburgs, die sie ein Jahr zuvor erlebte, verfolgt sie bis heute. Eine Bilderserie mit Zeichnungen spiegelt die Schrecken eines Fluchtzuges wider, in dem die vierköpfige Familie Bartels, darunter die hochschwangere Mutter, gefangen war. Der Betrachter wird unweigerlich mit der Angst und dem Schrecken der betroffenen Menschen konfrontiert.

Ursula Corinths künstlerisches Schaffen reicht von der Dokumentation der Einweihung der Köhlbrandbrücke bis hin zum Attentat am 11. September und der wissenschaftlichen Beweisführung des „Schwarzen Lochs“, das sie in Acryl malte.

Mit 15 Jahren begann Ursula Bartels 1945 eine dreijährige Lehre bei dem Ahrensburger Maler und Bildhauer Jürgen Hinrich Block. Ihr künstlerisches Wissen erweiterte sie unter anderem durch Aktzeichnen und Techniken der Ölmalerei sowie Aquarell und Federzeichnung bei dem Hamburger Maler Willem Grimm. Trotz finanzieller Hürden war sie stets als Töpferin und Zeichnerin tätig, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

In Fulda schuf sie für ein Kloster Altarvasen, Taufschalen und Krüge und gab den Nonnen Töpferunterricht. Zudem arbeitete sie in einer Konditorei, wo sie Marzipanfiguren und Tortendekorationen herstellte.

1953 verliebte sie sich in Jürgen Corinth und heiratete ihn. Gemeinsam reisten sie durch Deutschland und Europa, was zu hunderten von Bildern führte, die verschiedene Landschaften, Orte sowie Menschen, Tiere und Objekte in Techniken wie Aquarell, Zeichnung, Tusche und viel mehr festhielten.

Das künstlerische Repertoire von Ursula Corinth umfasst eine Vielzahl an Techniken und Stilen. Ihre Wohnung dient gleichzeitig als Galerie – farbenfrohe Gemälde mit Blumen, Landschaften und Porträts sowie abstrakte Farbgestaltungen zieren die Wände. Ihre Terrasse wird von getöpferten Skulpturen und Reliefs geschmückt. Besonders stolz ist die Künstlerin auf ein liebevoll getöpfertes Karussell mit passenden Figuren, das sich elektrifizieren lässt und in Bewegung gesetzt werden kann.

 

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