Eine Besonderheit dieser Neuinszenierung ist die Uraufführung deutscher Dialogtexte, die der Autor Oliver Spiecker eigens für diese Produktion geschrieben hat. Die Texte ersetzen die üblichen Rezitative und verbinden die gesungenen Passagen auf erfrischende und humorvolle Weise. Einstudiert von Prof. Robert Roche, präsentieren die Studierenden ihre Arien und Ensembles in italienischer Sprache.
Mit minimalistischer Ausstattung, in der nur zehn Matratzen sämtliche Funktionen des Bühnenbildes übernehmen, will Kermes „Alcina“ bildstark und poetisch in Szene setzen. Das Highlight dieser Inszenierung sind die wertvollen Kostüme, die die Sängerin mitbringt und während ihrer Karriere selbst getragen hat. „Allein mein Kostüm für die ‚Königin der Nacht‘ ist 36.000 Euro wert“, berichtet Kermes begeistert. „Meine Kostüme gehen in die Hände der jungen Sängerinnen und Sänger über und tragen dabei meine Bühnengeschichte in sich. Sie symbolisieren für mich einen künstlerischen Übergang und mein Vertrauen in die nächste Generation.“
Für Simone Kermes bedeutet diese Produktion nicht nur die Rückkehr zu Händels Musik, die sie seit Beginn ihrer Laufbahn begleitet, sondern auch einen persönlichen Schritt: Sie übernimmt erstmals die Regie und verbindet ihre langjährige Erfahrung als Sängerin mit der neuen Rolle als Regisseurin. Besonders begeistert ist sie von der Zusammenarbeit mit den Gesangsstudierenden der MHL, die mit ihrer Ungezwungenheit und Neugier der Musik neuen Ausdruck verleihen.