Untergang der Titanic

Szenische Lesung mit Soundtrack/Theaterkollektiv Subbotnik

Andreas L. Maier liest aus Enzensbergers Versepos „Titanic“. Hier trifft der Prunk der Salons auf die Hoffnung nach einem besseren Leben in den Unterdecks, und die Verantwortlichen beschwören im Angesicht der Katastrophe noch immer die Macht der Technik über die Natur. Dazu verwebt ein Soundtrack leise und laute Geräusche nahe am Untergang im Eiswasser zu einem fein ziselierten Klangteppich. Eine Reise für Ohr und Herz.

Pressetext:

"1978 entsteht Hans Magnus Enzensbergers episches Gedicht „Der Untergang der Titanic“, im Untertitel „Komödie“ genannt. Nicolas Bonn schreibt ein seiner Rezension im SPIEGEL 43/1978:

„Ein großes symbolträchtiges Ereignis, der Untergang der Titanic am 15. April 1912, kann einen Schriftsteller wie Hans Magnus Enzensberger nur zu einem auch in der Größe angemessenen Reflex bewegen. So besteht sein Buch nicht aus einer Reihe von Gedichten über die Katastrophe, die an die 1500 Menschen das Leben kostete, sondern wölbt sich zu einem Versepos in 33 Gesängen, umgeben außerdem von einer Anzahl von wohl gleichzeitig entstandenen Gedichten, die das Thema variieren und aktualisieren.

Enzensberger wäre nicht mehr er selber ohne die spektakuläre Weise der Etikettierung: Versepos - Gesänge, und dann heißt das Ganze noch einmal Komödie. Eine sarkastische Bezeichnung, mit der er nicht etwa das literarische Genre meint, sondern den eigentlich heiter-gemütlichen Ablauf der Vor- und Nachgeschichte jeder Katastrophe, die erstaunliche Fähigkeit der Menschengesellschaft, zu lavieren, und ihre Unfähigkeit, etwas anderes auf sich zukommen zu sehen als die Hochrechnungen aus der Gegenwart.

Enzensbergers "Titanic" ist eine stolze Metapher für die Geschichte des Fortschritts und für deren gigantomanische Endlösungen. Sie hat, von Mann und Maus noch unbemerkt oder geleugnet, einen Riß im stählernen Rumpf. Es ist ein Riß, der die individuelle wie auch die gesellschaftliche Existenzkrise, die Überlebenskrise, bezeichnen soll. Der Ort der Katastrophe ist überall, die Zeit jederzeit. Die Vorzeichen können verstanden und auch bestritten werden, es ändert nichts daran, denn "pünktlich, wie immer, folgt aus der Notwendigkeit das Chaos".“

Der Kölner Schauspieler und Sprecher Andreas L. Maier nimmt sie mehr als 100 Jahre nach dem Untergang des Passagierdampfers mit an die Schiffsbar und erweckt mit Enzensbergers Text in einer klugen Strichfassung die verhängnisvolle Schiffspassage zum Leben. Dazu hat der Kölner Komponist Gregor Schwellenbach einen Soundtrack gewoben, der die leisen und lauten Geräusche, Töne und Klänge nahe am Untergang im Eiswasser verwebt zu einem fein ziselierten Klangteppich. Wir erleben, wie Gigantomanie und der Prunk der Salons auf die Hoffnung nach einem besseren Leben in den Unterdecks treffen. So werden wir Zeugen, wie die bekannte Katastrophe ihren Lauf nimmt, weil die Verantwortlichen noch immer sich versichern der vermeintlichen Macht der Technik über die Natur. Unerschütterlich halten die Passagiere auf der Reise in die neue Welt fest an ihrem Glauben an die Unsinkbarkeit des Prestigeobjekts. Und bis zum nasskalten Ende spielen die Musiker an Deck der Titanic „Nearer, my God, to thee“. In unserer szenischen Lesung mit Soundtrack eine Reise für Ohr und Herz."

VVK: 13,50 € / 11,50 € (erm.), AK: 15,50 € / 13,50 € (erm.)

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