Juna Grossmann: Schonzeit vorbei

Lesung

Juna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter werden, bedrohlicher. In ihrem Buch schildert die jüdische Deutsche das Leben unter diesem permanenten antisemitischen Beschuss, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass.

"Nirgendswo auf der Welt gibt es ein anderes Volk dass so verhasst ist wie ihr Juden. Ihr Juden seid keine Menschen, sondern eine Krankheit, das man vermeiden muss. Die Welt vermisst Hitler, insbesondere die muslimische Welt. Eines Tages wird es für euch Juden ein böses Erwachen geben, so dass ihr sogar Hitler um Hilfe bitten werdet."

Diese Zeilen sind ein orthographisch unveränderter Auszug aus den täglichen Zuschriften an Juna Grossmann. Und die Frage, die man sich daraufhin unweigerlich stellt: Ist Antisemitismus schon die neue Normalität?

Juna Grossmann geboren 1976 in (Ost-)Berlin hat Sonderpädagogik studiert und verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit für Gedenkstätten und Museen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie die Ausstellung „Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück.“ Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Nebenher ist sie Beraterin für Social Media Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org.

 

 

Eintritt: 8,50 € / 6,50 € (erm.)

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