Matthias Egersdörfer: Ein Ding der Unmöglichkeit

Kabarett / KuB

Der wahre Generalist ist bekannt aus dem Quatsch Comedy Club und vom Scheibenwischer, er ist in Neues aus der Anstalt und beim Satire-Gipfel zu sehen und er spielt im Tatort. Egersdörfer schrieb einen Roman und ist Frontmann einer in die Jahre gekommenen Boygroup –er kann einfach alles. Und trotzdem ist er am besten, wenn er allein ist. 

Der Mittelfranke ist nicht einfach nur der Grantler unter den Kabarettisten – er ist der absolut schlecht gelaunteste überhaupt. In seinem neuen Programm nimmt er Alltagsbeobachtungen oder Erlebtes aus dem Privatleben auf, das kann gerne auch extrem absurd sein oder ins Absurde führen, manchmal auch ins Politische. Egersdörfer kann laut werden – sehr laut. Dann tobt er in cholerischen Anfällen über die Bühne und schreit seinen Missmut in die Welt hinaus.

Den Titel seines neuen Solos erklärt er folgendermaßen:
Wenn ich als Kind zwei Kugeln Eis mit Sahne, einen Hund oder beispielsweise ein Maschinengewehr haben wollte, pflegte meine Mutter immer zu sagen: „Dies sei ein Ding der Unmöglichkeit.“ Dabei erhob sie ihre Arme zum Himmel und versuchte bestürzt zu schauen. In diesem theatralischen Augenblick wusste ich, dass jetzt nur Sturheit und Gebrüll weiterhelfen konnten, um mein Ziel zu erreichen. Vor einiger Zeit dachte ich mir: „Du müsstest mal wieder ein neues Programm auf die Bühne bringen.“ Kaum hatte ich zu Ende gedacht, erhob ich im Zimmer die Arme zum Himmel, schaute leicht konsterniert und rief laut: „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“ Meine Frau, die auf dem Sofa saß und gerade in den Fernseher schaute, in dem ein älterer Mann den Wert einer Kaffeekanne feststellen wollte, drehte sie sich zu mir um und sagte: „Genau diese Worte denke ich mir, wenn ich dich gelegentlich ansehe.“ Deswegen trägt das neue Programm den Titel: „Ein Ding der Unmöglichkeit“.

Es handelt von Eltern, seiner betrunkenen Mutter, von Morden und Selbstmorden, Kindern, Erziehung, von Eisbein mit Sauerkraut und „Sauren Zipfeln“, von Würsten und Gottesbeweisen, Scheiße und Comedians, von seinen Bemühungen, pünktlich in die Oper zu kommen, seinen Tipps an Islamisten, von Therapeuten, der grassierenden Blödheit… und nicht zuletzt der Kritik am eigenen Genre.

Unendlich verschlungene Assoziations-Ketten, deren Puzzleteilchen letztlich immer ineinanderpassen. Der steigert sich rein, blafft, schnieft, schnauft, kann auch anders, besonnen, leise, poetisch, literarisch, philosophisch. Ein wilder Berserker, ein sanfter Denker erzählt von Abgründen, wo Alltäglichkeiten lauern.

VVK: 18,50 € / 14,50 € (erm.), AK: 20,50 € / 16,50 € (erm.)

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