Ali Can: Mehr als eine Heimat. Wie ich Deutschsein neu definiere.

Lesung/Bündnis gegen Rechts & Kulturbüro

Was bedeutet es, deutsch zu sein? Die Zeit für eine Neudefinition ist reif, meint Ali Can, dessen Twitterkampagne #MeTwo im Sommer 2018 ein enormes mediales Echo auslöste. Zehntausende Menschen mit Migrationshintergrund berichten seither unter dem Hashtag von ihren alltäglichen Erfahrungen mit Rassismus. Can setzt sich anhand der eigenen Herkunft in seinem Buch „Mehr als eine Heimat: Wie ich Deutschsein neu definiere“ mit Alltagsrassismus und Identität auseinander. Im KuB lädt der Autor gemeinsam mit dem Kulturbüro und dem Bündnis gegen Rechts Bad Oldesloe zum Austausch und Diskutieren ein.

Ali Can gibt Menschen, die Alltagsrassismus erleben, eine Stimme, denn Mitbürgern mit Migrationshintergrund wird oftmals vermittelt, sie seien nicht wirklich Deutsche und gehörten somit nicht dazu. Dabei betrachten sie Deutschland als ihre Heimat - und das so selbstverständlich, wie sie sich oft noch einer anderen Sprache und Kultur verbunden fühlen. In seinem Buch „Mehr als eine Heimat: Wie ich Deutschsein neu definiere“ beschreibt Ali Can den Hashtag und seine Folgen als Teil einer dringend gebotenen gesellschaftlichen Debatte. Indem er auf seine eigene Biographie blickt und eine Reihe bekannter Gesprächspartner befragt, kommt er zu dem Schluss: Heimat - das sind letztlich die Werte, die wir teilen. Und an einem offenen, konstruktiven Dialog über sie sollten alle teilnehmen können, die in diesem Land leben und seine Gesellschaft mitgestalten - ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Ali Can begegnet Hass und Ablehnung mit Geduld und Sympathie. So gründete er bereits 2016 die „Hotline für besorgte Bürger“. Die Idee kam ihm, als er zu Pegida-Veranstaltungen nach Ostdeutschland reiste, um dort mit den sogenannten besorgten Bürgern ins Gespräch zu kommen und ihnen so womöglich unbegründete Sorgen und Ängste abzunehmen. Ausdrücklich forderte er Pegida-Teilnehmer und AfD-Wähler auf, sich zu melden und ihre Gedanken mitzuteilen. Es sei nicht Ziel der Hotline, Anrufer von einer anderen Meinung zu überzeugen. Vielmehr wollen Ali Can und sein Mitstreiter ihre eigene Meinung zur Diskussion stellen und gemeinsam mit den Anrufern Antworten auf die Probleme finden.

Ali Can kommt aus Gießen, wo er Deutsch und Ethik studiert und Workshops und Vorträge zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ hält. Cans Familie stammt ursprünglich aus dem Südosten der Türkei. Er ist der älteste Sohn einer immigrierten kurdisch-alvitischen Familie, die Mitte der Neunzigerjahre in Deutschland Asyl suchte, weil sie in ihrer Heimat diskriminiert wurde. Damals war Ali zwei Jahre alt.

Eintritt: 8,50 € / 6,50 € (erm.)

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