Aeham Ahmad: Der Pianist aus den Trümmern

Konzert und Lesung / KuB & Freundeskreis Beer Yaacov/Jifna e.V.

Der palästinensisch-syrische Pianist spielte inmitten der Trümmer des umkämpften Palästinenserlagers Jarmuk Klavier, um den Menschen Hoffnung zu geben. Über YouTube wurde er dafür weltweit bekannt. Sein Konzertprogramm kombiniert orientalische Volkslieder, westliche Klänge und Eigenkompositionen. Dazu werden Auszüge aus seiner Autobiografie gelesen.

Aeham Ahmad wurde 1988 in Yarmouk geboren, einem Vorort von Damaskus. Früh förderte sein blinder Vater sein musikalisches Talent. Mit vier Jahren begann Aeham Keyboard zu spielen, mit sieben erhielt er Klavierunterricht im renommierten Arabischen Institut in Damaskus. Später studierte er Musikpädagogik in Homs. Während des Krieges verletzte ein Granatsplitter die Finger seiner rechten Hand; auch deshalb wird ihm eine Karriere als klassischer Konzertpianist verwehrt bleiben.

Ab Sommer 2013 war Yarmouk vollständig abgeriegelt, mehr als 100 Menschen verhungerten. Ahmad lud sein altes Ukraina-Klavier auf einen Rollwagen und spielte in den Ruinen, um gegen den Hunger zu protestieren und den Menschen in seinem Viertel Hoffnung zu geben. Bis im April 2015 der IS das Viertel unter seine Kontrolle brachte – und Aehams Klavier vor seinen Augen verbrannten.

Ihm blieb nur die Flucht. Über die Türkei, Griechenland und die Balkanroute kam er im September 2015 nach München. Ein Jahr später konnten seine Frau und seine beiden kleinen Söhne nach Deutschland nachkommen. Heute lebt die Familie in Wiesbaden.

Seit seiner Ankunft in Deutschland hat Aeham unzählige Konzerte gegeben, in Berlin und Bonn, Köln und Stuttgart, Mailand und Paris. Er begeistert die Zuschauer mit der Intensität seiner Lieder und der Virtuosität seines Klavierspiels. Stücke von Beethoven und Mozart trägt er vor, vor allem aber eigene Kompositionen, seine fröhlichen, traurigen Lieder gegen Hunger und Gewalt

Über seine Konzerte sagt Ahmad: „Yarmouk ist immer noch belagert, und keine Hilfsorganisation kommt hinein, um Lebensmittel zu verteilen. Das Lager ist aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden. Und das ist meine Botschaft: dass man an diese Menschen denkt, und dass die Welt endlich wieder darüber spricht.“

Das Konzert ist eine Kooperation des Freundeskreises Beer Yaacov/Jifna e.V mit dem KuB, es findet im Rahmen der interkulturellen Woche statt.

VVK: 13,50 € / 11,50 € (erm.), AK: 15,50 € / 13,50 € (erm.)

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